Neugestaltung Freianlagen, Elisabeth-Lange-Schule
Neugestaltung der Freianlagen Elisabeth-Lange-Schule
Ort: Hamburg-Harburg, Ehestorfer Weg 14
Leistungszeitraum: 2021–2027
Leistungsphasen nach HOAI: 1-9
Fläche: qm
Bausumme: 1.200.000 EUR
Bauherr: GMH Gebäudemanagement Hamburg GmbH
Ausgangssituation:
Die Freiflächen des Schulgeländes mussten wegen des Abbruchs von Bestandsgebäuden und des Neubaus zweier großvolumiger Schulgebäude neu gestaltet werden. Die Freiraumplanung entstand in enger Abstimmung mit der Schule, dem Gebäudemanagement Hamburg, den Architekten und Fachplanern sowie – im Rahmen des Otto-Linne-Preises 2023 – der Universität Hamburg (Projekt zur Biodiversität von Schulhöfen), dem Bezirk Harburg und der BUKEA.
Die Neugestaltung ist an den Klimawandel angepasst – mit Fokus auf Wassermanagement, befestigte Flächen und Bepflanzung. Für das gesamte Grundstück wurde ein Überflutungsnachweis erstellt; die Umsetzung erfolgt schrittweise mit der Neugestaltung.
Lösungen:
Niederschlagswasser-Management
- Wegen Einleitungsbeschränkungen in die Kanalisation und Lage im Trinkwasserschutzgebiet des Wasserwerks Süderelbe kann Niederschlagswasser weder eingeleitet noch in Rigolen versickert werden.
- Das Wasser wird oberirdisch gesammelt und dem Gefälle nach Norden in die naturnah gestalteten Randbereiche des Schulhofs geleitet.
- Dort wird es in Mulden, Vegetations- und temporären Wasserflächen zurückgehalten, versickert oder verdunstet.
- So gelangt ein Großteil in oberste Grundwasserleiter (Wasserversorgung der Vegetation in Trockenzeiten, langfristig Anreicherung tieferer Grundwasserleiter).
- Die Verdunstung befeuchtet die Luft und wirkt der Überhitzung des Klimas entgegen.
Bauablauf und Übergangsnutzung
- Teile der Schule waren bereits vor Baubeginn in, provisorischen Klassenräumen untergebracht.
- Wegen des Platzbedarfs der Neubauten wurde der abgängige Gebäudebestand schrittweise zurückgebaut; weitere Provisorien wurden errichtet und werden nach Fertigstellung wieder abgebaut.
- Bei fünf temporären Gebäudezuständen musste die Freiraumplanung jederzeit funktionsfähig sein (Rettungswege, Zuwege, nutzbare Schulhofflächen).
Biotopverbund / Ausgleich und Ersatz
- Die Randbereiche werden künftig als Teil des Biotopverbundsystems des Stadtteils ein Mosaik aus vielfältigen Biotopen (trocken/feucht, nährstoffreich/ -arm, mit Strukturen aus Steinen, Holz, Schotter und Böden).
- Das Verbundsystem ist Teil des Schulprojekts zur Beobachtung und zum Monitoring der Tier- und Pflanzenwelt.
- 42 teils großkronige Bäume müssen gefällt werden; als Ersatz werden 42 Bäume in unterschiedlichen Arten, Gattungen und Sorten auf dem Grundstück selbst gepflanzt.
- Da Ausmaß und Richtung des Klimawandels unabsehbar sind, werden möglichst unterschiedliche klimaangepasste Arten gewählt.
Besondere Leistungen:
- Überflutungsnachweis, Berechnung und Genehmigungsplanung Niederschlagsentwässerung, Baum- und Strauchfällanträge, Berechnung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen